498
Fünftes Buch.
Weil der Sturm das Schiff vom rechten Wegeverschlagen hatte, so landete Abrokomas, nach vollen-deter Fahrt von Aegypten, nicht in Italien, sondernauf Sicilien bei der schönen und großen Stadt Syrakus.Auch diese Insel beschloß er ganz zu durchwandern, obec vielleicht Anthien hier finden möchte. Die Herbergenahm er nahe am Meere, bei einem alten Fischer,der Aegialeus hieß. Dieser Aegialeus war zwar einarmer Fremdling im Lande, dennoch aber nahm erden Abrokomas freundlich auf. Der alte Mann ge-wann ihn gleich erstaunlich lieb, hielt ihn wie seineignes Kind, und nährt' ihn väterlich mit seinem Ge-werbe. Als sie eine Zeit lang zusammen gelebt hatten,fiel's dem Abrokomas ein, seine Begebenheiten mitAnthien, seine Liebe und seine Streifereien zu erzählen.Dies bewog auch den Aegialeus zur Mittheilung seinerGeschichte.
„Mein Sohn, Hub er an, ich bin von Geburtkein Sicilier, sondern ein Spartaner, aus einem rei-chen und mächtigen Geschlechte. In meiner zartenJugend liebt' ich dort ein Mädchen, Namens Thelxinoe,die Tochter eines Bürgers aus Sparta. Thelxinoevergalt meine Liebe mit Gegenliebe, und einmal ineiner Nachtfeier geriethen wir allein an einander; dieGottheit selbst führt' uns an, und wir nahmen denGenuß mit, welchen uns die Gelegenheit anbot. Von