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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
Seite
491
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Indessen kam Abrokomas vor den Statthalter vonAegypten. Die Pelusier hatten schon die Ermordung desAraxus, und daß der Frevler, der sie verübet, ein Sclavewäre, dem Statthalter gemeldet. Daher hielt sich dieserfür unterrichtet genug, untersuchte die Sache nicht erstweiter, sondern hieß den Abrokomas wegführen, undan's Kreuz heften. Diesem benahm sein großes Elendganz die Sprache. Nur Eins war noch, welches ihn

über seinen Tod tröstete, nämlich der Gedanke, daßAnthia doch auch bereits gestorben wäre. Darauf führtenihn diejenigen, denen die Kreuzigung aufgetragen war,an das Ufer des Nil. Es war daselbst ein schrofferhervor ragender Felsen, welcher in den vorbei fließendenStrom niedersah. Auf diesem Felsen richteten sie einKreuz auf, woran sie ihn mit Strängen banden, nachdemsie ihm Hände und Füße fest geschnüret; denn so ist ihreArt zu kreuzigen. Hierauf traten sie zurück, und glaub-ten, das Kreuz unwandelbar genug gestellt zu haben.Abrokomas aber schaute bald zur Sonn' empor, undbald auf die Wellen des Nil hinunter.O du menschen-freundlichster unter den Göttern, betet' er, der du überAegypten waltest, und Segen über seine Fluren verbrei-test, wenn Abrokomas schuldig ist, so laß noch grausamereMartern, als diese über ihn kommen, so laß ihn des schmäh-lichsten Todes sterben. Wenn ihn aber ein boßhastesWeib verrathen, o Nil, so laß deine Fluchen nicht durchden Leichnam eines unschuldig Erwürgten entweihetwerden, und dulde nicht an deinen Ufern das Schau-spiel eines Sterbenden, der Niemanden auf Erden be-leidiget hat!" Also fleht' er; und die Gottheit er-