489
gewogen, und nahm ihn an Kindes Statt an. Kynoaber redet' ihm von Unzucht vor, und bat ihn, daßer ihr zu Willen seyn möchte; dagegen versprach sie,ihn zum Manne zu nehmen, und ihren Araxus umzu-bringcn. Ob nun gleich ein solches Vornehmen demAbrokomas ganz abscheulich vorkam, und er gleich anAnthien und an alle seine Schwüre zurück dachte, soüberlegt' er doch auch, wie oft ihn schon seine Keusch-heit unglücklich gemacht hatte. Daher that er, als gab'er dem Anliegen der Kpno nach. Diese aber, dieschon Alles für richtig hielt, brachte schon in der fol-genden Nacht den Araxus um, und erzählte sogleichdem Abrokomas ihre Mordthat. Diese üppige Rasereiwar ihm unerträglich. Er ging aus dem Hause weg;denn er konnte so eine abscheuliche Mörderin», sagt'er, unmöglich umarmen. Kyno aber, als sie wiederzu sich selbst kam, und der Tag anbrach, trat unterdas Volk der Peluster, und wehklagt' um ihren Mann.Der neulich eingekaufte Knecht hält' ihn umgebracht,sagte sie, und vergoß die bittersten Thränen. Mitdiesem Betragen hinterging sie das Volk. Abrokomaswurde sogleich in Verhaft genommen, und gefesseltzum Aegyptischen Statthalter nach Alexandrien gesendetwo er die verdiente Strafe für den angeschuldigtenMord des Araxus empfangen sollte.