pothous hörte, sagt' cr: „Das ist ganz gewiß dasMädchen, welches Abrokomas suchet." Abrokomashörte zwar diese Erzählung, sein Geist war aber zusehr niedergeschlagen, um darauf zu merken. Endlichsprang er aus das Zurufen des Hippothous empor:„Ach, nun ist Anthia wahrhaftig todt! Vcrmuthlichist hier auch das Grab, welches ihren Körper bewahret."Darauf bat er die alte Chrysion, daß sie ihn hin anihr Grab führte, und ihm ihren Leichnam zeigte.„Ach! seufzete die Alte, ich habe dir noch nicht dasSchlimmste, was dem unglücklichen Mädchen begegnetist, erzählet. Perilaus begrub sie mit großer Pracht,und mit vielen Kostbarkeiten. Das erfuhren einige
Räuber. Die erbrachen das Begräbniß, und stahlendas Geschmeide. Ihr Körper aber ist seitdem auchnicht mehr vorhanden, und Perilaus läßt noch eifrignachforschen." Als Abrokomas dieses vernahm, zerrißer sein Gewand, und brach in bittere Klagen aus.„Einen so schönen Tod ist die tugendhafte Anthia ge-storben, und selbst im Grabe verfolget sie noch dasUnglück? Jst's möglich, daß so viel Liebe bei einem
Räuber wohne, daß er deiner auch todt noch begehre,
und deinen entseelten Körper entführe? Und ich Un-glücklicher muß dich, meinen einzigen Trost, ein-
büßen? Nunmehr ist es fest beschlossen, daß ich sterbe,und nur so lange will ich noch dulden, bis ich deinenLeichnam werde gefunden haben. Diesen will ich dannumarmen, und in dieser Umarmung meinen Geist auf-gebcn." So sprach cr schluchzend, und die Gefährtendes Hippothous trösteten ihn. Diese überließen sich