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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
Entstehung
Seite
471
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sie opfern. Es war Alles bereitet, das Vildniß desMars, die Rauberbeute, und die Kränze. Der Gottes-dienst sollte nach der gewöhnlichen Weise geschehen.Da wurde das bestimmte Opfer, es mochte Mensch,oder Thier sepn, an einen Baum ausgehänget, undaus der Ferne mit Pfeilen darnach geschossen. DasOpfer Derer, welche trafen, schien dem Gotte gefälligzu sepn; Diejenigen aber, welche fehlten, brachten einneues Sühnopfer dar. Zu diesem Opfer war Anthiageweihet. Alles war schon fertig, und das Mädchensollte ausgehängt werden, als sich ein Getöse im Waldeerhob, und man das Getümmel von vielen Menschenvernahm. Perilaus, ein vornehmer Mann in Cilicien,der den öffentlichen Frieden in dieser Provinz hand-habte, überraschte mit starker Mannschaft die Räuber,tödtete die meisten, und nur sehr wenige nahm er ge-fangen. Dem einzigen Hippothous gelang es, mitseinen Waffen zu entrinnen. Perilaus nahm Anthienmit sich, und als er erfuhr, was ihr widerfahrensollen, wurd' er außerordentlich zu Mitleid gerührt.Dieses Mitleid aber war der Anfang langer Wider-wärtigkeiten für Anthien. Er führte sie mit anderngefangenen Räubern nach Tarsus in Eilicien ab. Dertägliche Anblick dieses Mädchens sing an, Lieb' in ihmzu entzünden, und in kurzen nahm Anthia sein ganzesHerz ein. Zu Tarsus gab er die Räuber in Verwah-rung; Anthien aber bedient' er mit der zärtlichstenSorgfalt. Perilaus hatte weder Gemahlinn, nochKinder, und besaß einen ganz erstaunlichen Reichthum.Er trug daher Anthien an, daß sie ihm das Alles,