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2 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 1
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Seitmir die ersten Freuden der Liebe zu Grabe gesunken;Wäre nicht ewig mir Bett und Fackel der Ehe zuwider, 20Ach! so könnt' ich allein noch dieser Versuchung er-liegen.

Schwester, was hehl' ich es? Seit mein armer Si-chäus verblutet,

Und die Götter des Hauses dem Bruderwürger ent-ronnen,

Hat mir Er allein den Sinn gewendet, und mächtigMeinen gesunkenen Geist empor von neuem gehoben. 25Hier! Ich fühl' es, sie glimmt, sie lodert, die vorigeFlamme!

Doch verschlinge mich ehr der offne Rachen des Abgrunds,Eher zerschmettere mich der allmächtige Vater im Himmel,Schmettere mich zu den Schatten, den bleichen Schat-ten der Hölle,

Tief in die unterste Nacht mit Donnerkeilen hinunter. 30Eh' ich entweihe dich, Scham, und deine Gebote verletze!Er, der Erste, der mich umarmt, entnahm mir die Liebe,Hab' und behalt' er sie dann auch immer und ewig imGrabe!

Also jammerte sie, und beträufte den BusenmitThränen.

Anna hierauf: So soll denn, o theuerste Seelenge-liebte, 35

Ewiger Witwengram der Jugend Knospe zernagen?

Soll denn nimmer dein Schooß, von schaffender Liebegesegnet,

Deiner Brust ein Kind zu Trost und Wonne gebären?Meinst du, das kränke die Seele der längst vermoder-ten Asche?