Druckschrift 
Die erheblichsten Gründe für und gegen das katholisch-kirchliche Cälibatsgesetz : zu nochmaliger Prüfung dargelegt
Entstehung
Seite
62
Einzelbild herunterladen
 

Als sei» verehelichter Bruder einst bey einem AnlässeKinder und Elter» ihm Zuströmen, und die erster»ihn umzingeln und traulich cm ihm wie Klettenhängen sah , sagte jener zu ihm: „Schade, Bruder ldaß du nicht auch Kinder hast;" — Dieser, aufdie ganze Gemeinde hindcutend, enviederte ihm leb-haft: „siehst du die tausend nicht, die mich umge-den? "

Sille von seinen Pastoralgeschafte» , unter die erauch seine freundschaftlichen, von Haus zu Hauswechselnden Besuche rechnet. Besuche, in denen ermit philosophischem Blicke in das Innere der Perso-nen und der Familien sehen lernt; Besuche, dieihm überaus viel Gelegenheit zur Beförderung rich-tiger Ansichten und nützlicher Kenntnisse, zur Ver-einigung cntzweyter Gemüthcr, zur Empfehlung bür-gerlicher und geselliger Tugenden, zur Ermunterungzur Arbeitsamkeit und Sparsamkeit, zur Tröstungund Ausrichtung der Leidenden mancher Art, an dieHand geben; alle von solchen Geschäften ihm übrigbleibende Zeit widmet er größten Theils seiner eige-nen — Belehrung und Heiligung, undnur so viel als unumgänglich nothwendig ist, derWiederbelebung seiner körperlichen Kräfte und Er-heiterung seines GemütheS.

Sein ganzes Aeußcrcs ist ein Ausdruck vonGeistessiarke, von Muth, von einer gewissen Größe