148 Siebentes Sendschreiben
Man hat dieser Schrift immer gleiche Verdiensteund eine lange Fortsetzung anzuwünschcn.
Da ich eben hier von einer periodischenSchrift rede; so erinnere ich mich auch derWochenschriststcllec, die uns Wochenweise mit ei-ucr moralischen Betrachtung beschenken. DieseArt, die Sittcnlehre gemeiner und anmuchigerzu machen, ist überhaupt zu rühmen, wannnur nicht so manche seichte Geister, von denenniemand wünschet unterrichtet und vergnügt zuseyn, dieser Erfindung ihren Adel schwächten.Allein das gehöret allemal unter die unvermcid.liehen Ucbel, sobald eine neue Laufbahn von ei-nem glücklichen Geiste cröfnet wird. In En-gelland hak man zuerst angcfangcn, die Mora,le in diesem guten Geschmack abzuhandeln, undman hat sich gleich durch Meisterstücke in denBesitz des Vorzugs vor allen Nachahmungengesetzt. Der * ) muß Ihnen so bc.
kannt seyn, mein Herr, daß Sie mirs übelnehmen würden, wenn ich Sie von seinenSchönheiten weitläuftig unterhalten wollte. Es
ist
*) Die Uebcrschung, welche die deutsche Ge-sellschaft in Leipzig davon gemacht hat, ist die