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Critischer Entwurf einer auserlesenen Bibliothek für den Liebhaber der Philosophie und schönen Wissenschaften : in einigen Sendschreiben an einen Freund
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78 Viertes Sendschreiben

mane ciulassen muß, che ich ein Verzeichnis deraußerlesensieu mache. Es ist bekannt, daß die- ^sc Gattung von Büchern, zu allen Zeiten vielzu strenge Richter, und auf der andern Seite vielzu unmäßige Verehrer gefunden habe. Die er.stereu sind oft ohne hinlängliche Kenntnis der Sa.che, aus ciugesiösten Vorurkheilen oder ans ei«nec zu weit getriebenen Orthodoxie verleitet wor-den , sie zu verdammen : Die andern haben ih-res Hauptendzweckö vergessen, und noch weit thö-richrer gehandelt. Die Romane, sagen die er-sten, sind ein Gift für die Seele, sie erfüllendas Herz mit unordentlichen Neigungen, und Iden Geist mit vielen nichtswürdigen Sachen:PalmeriuS hat über dem vielen lesen derselbenden Verstand vcrlohren u. s. w. Allein das er-sie kann nur auf gewisse Romane geben, die >»llemal verabscheuungswürdig bleiben: Ist es

aber eine vernünftige Regel, um einiger elendenBücher willen, alle andern zu verdammen, bloSdarum, weil sie Romane sind? um einiger un-gerathencn Kinder willen das ganze Geschlecht zu !verwcrffen? Wenn diese Regel gilt; so darf ^man überhaupt gar keine Bücher mehr lesen.Und PalmeriuS hat allerdings unrecht gethan, idaß er die Zeit mit Romanlesen verschwendet;Allein wer weiß, was er für Romane gelesen?Vielleicht sind es Hexenmährchen, irrender Rit.

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