Denn sie verstand die Kunst, die Treue zu belohnen,Und doch dabei den Schatz des Staates zu verschonen;Die holde Kunst, die stets ihr Ziel erreicht,
Und die, wie mir als Dilettanten däucht,
Zu selten nur die Königinnen üben,
Weil sie den Königen vielleicht
Nicht allerdings zu herzlichem Belieben
Gereichen mag, wenn sic Notiz beschleicht.
Den unfern hatte sie zum Glück noch nie erreicht.Ich kam an diesen Hof, und ward daselbst empfangen,So gut, als immer nur ein Fremdling mag verlangen.Erst hatt' ich öffentlich bei'm Könige Gehör;
Dann bei der Königin», die ihren Schleier senkte.Darob verwundert' ich nun freilich mich gar sehr;Denn nach dem Attestat, so das Gerücht ihr schenkte,Erwartet' ich hier keinen Schleier mehr.
Indessen muß ich doch zu ihrem Ruhme sagen,Daß sie mich sonst mit aller Huld empfing.
Ich hatte weiter nichts zu klagen,
Als daß der Schleier mir des Anblicks Lust verdarb,Wonach ich in der That fast vor Begierde starb.Denn daß sie schöner war', als alleHuldgöttinncn,Hatt' ich von Jedermann gehört.
Zudem ist auch, was großen KöniginnenDie gütige Natur beschert,
Der Neugier doppelt mcrkcnswerth. —
Kaum bin ich wieder heim, und glaube mich mein eigen,So kommt ein Junker an, gesandt zu dein Behuf,Mir morgen früh den schönen Park zu zeigen,