Prolog
zu Sprickmcmns Eulalia auf einem Privat-Theatcr.
§)arf, Edle, die Ihr hier versammelt seyd,Darf auch des Schauspiels Muse den Krystall,Worin sie Alles, was vom AnbeginnDer Erde unter Sonn' und Mond geschah,Lebendig darstellt, darf die Muse wohlDen Zauberspiegel, düstrer Scenen voll,
Euch vor das Antlitz halten, daß vor SchreckDie Knie' euch wanken, daß von bitterin SchmerzDie Busen schwellen, und von Thränen euchDie Augen übergehn? — Ergetztct IhrNicht lieber euch am lächerlichen TandDer Thvrheit? Oder an dem heitern Glück,Womit am Schluß des drolligen RomansDie Lieb' ein leicht genecktes Paar belohnt? —
Vielleicht! Vielleicht behagt' cs euch auch wohl,Ein schönes, keusches, liebetreueö Weib,Umlagert von der schnöden Wohllust Brut,
In einen säuern Kampf verstrickt zu sehn.
Ihr nähmet Theil an ihrer Angst und Noth:Ihr zittertet und weintet bald mit ihr;
Bald zöget Ihr, mit rascherm Odemzug,
Den Muth zu überwinden mit ihr ein.