Er sah sein Schlößchen bald nicht mehr fern,Und wie den Stern
Des Morgens das Fensterglas flimmern.„Geduld noch, o Sonne, du weckendes Licht,Erwecke mein schlummerndes Liebchen noch nichtHör' auf, ihr in'S Fenster zu schimmern!"
Er kam zum schattenden Park am Schloß,
Und band sein NvßAn eine der duftenden Linden.
Er schlich zu dem heimlichen Pförtchen hinein,Und wähnt' im dämmernden KämmerleinSüß träumend sein Liebchen zu finden.
Doch als er leise vor'S Bettchcn kam,
O weh! da nahm
Der Schrecken ihm alle fünf Sinnen.
Die Kammer war öde, das Bette war kalt. —„O wehe! Wer stahl mir mit RäubergewaltSo schändlich mein Kleinod von hinnen?" —
Der Marschall stürmte mit raschem LaufTreppab, treppauf,
Und stürmte von Zimmer zu Zimmer.
Er rüste; kein Seelchen erwiederte draus. —Doch endlich ertönte tief unten heraufVom Kcllergewölb' ein Gewimmer.