Druckschrift 
1 (1844) Gedichte
Entstehung
Seite
298
Einzelbild herunterladen
 

298

Drauf trabte der Kaiser mit Lachen von hinnen.Das Pfäfflciu zerriß und zerspliß sich mit Sinnen.Kein armer Verbrecher fühlt mehr Schwulität,

Der vor hochnothpcinlichcm Halsgcricht steht.

Er schickte nach ein, zwei, drei, vier Un'vers'täten,Er fragte bei ein, zwei, drei, vier Facultätcn,

Er zahlte Gebühren und Sporteln vollauf;

Doch löste kein Doctor die Fragen ihm ans.

Schnell wuchsen, bei herzlichem Zagen und Pochen,Die Stunden zu Tagen, die Tage zu Wochen,Die Wochen zu Monden, schon kam der Termin!Ihm ward's vor den Augen bald gelb und bald grün.

Nun sucht' er, ein bleicher hohlwangiger Wcrthcr,In Wäldern und Feldern die einsamsten Orter.

Da traf ihn, auf selten betretener Bahn,

Hans Bendir, sein Schäfer, am Fclscnhang an.

Herr Abt, sprach Hans Bendir, was mögt Ihreuch grämen?

Ihr schwindet ja wahrlich dahin, wie ein Schemen.Maria und Joseph! wie hotzelt Ihr ein!

Mein Sixchen! cs muß euch was angcthan seyu."

Ach, guter Haus Bendir, so muß sich's wohl schicken.Der Kaiser will gern mir am Zeuge was flicken,Und hat mir drei Nuss' auf die Zähne gepackt,

Die schwerlich Beelzebub selber wohl knackt.