Druckschrift 
1 (1844) Gedichte
Entstehung
Seite
159
Einzelbild herunterladen
 

159

Und dreimal zwang er seinen Kahn,

Trotz Wirbel, Sturm, und Wogendrang;Und dreimal kam er glücklich an,

Bis ihm die Rettung ganz gelang.

Kaum kamen die letzten in sichern Port,So rollte das letzte Getrümmer fort.

Wer ist, wer ist der brave Mann?

Sag' an, sag' an, mein braver Sang!

Der Bauer wagt' ein Leben dran;

Doch that er's wohl um Goldesklang?

Denn spendete nimmer der Gras sein Gut,So wagte der Bauer vielleicht kein Blut.

Hier, rief der Graf, mein wackrer Freund!Hier ist dein Preis! Komm her! Nimm hin!"Sag' an, war das nicht brav gemeint?Bei Gott! der Graf trug hohen Sinn.Doch höher und himmlischer, wahrlich! schlugDas Herz, das der Bauer im Kittel trug.

Mein Leben ist für Gold nicht seil.

Arm bin ich zwar, doch esst ich satt.

Dem Zöllner wcrd' cur Gold zu Theil,

Der Hab' und Gut verloren hat!"

So rief er, mit herzlichem Biederton,

Und wandte den Rücken und ging davon.