sagte der Verbannte, „erschreckte mich so, daß ich von neuem dasLehramt übernahm." Sturm gab uns in seinem Antipappus einigegenauere Angaben über das literarische Leben des Reformators inStraßburg: „Im dritten Jahre nach meiner Ankunft in Straßburg,"sagt er, „habe ich Johann Calvin dahin kommen sehen, der dem Rathevon den Theologen gleich also empfohlen wurde, daß er auf unsererAkademie lehrte und ihm die französische Kirche zum heiligen Nicolauseingcräumt wurde. Die erste Schrift, welche Calvin erläuterte, wardas Evangelium Johannis. Er wohnte allen Disputationen bei, welcheim Gymnasium gehalten wurden, oder leitete sie, indem er selbst seineSätze vertheidigte. Auch hielt er eine Disputation mit dem Dekanvon Paffau, der fälschlich überzeugt war, daß das Heil aus denWerken des Glaubens hervorginge und bei welcher Jakobus Sturmund die Scholarchen präsidirten. Zu dieser Zeit, als er bei unswar, hat er auch seine Institutionen vermehrt und bearbeitet undnachher nichts mehr hinzugefügt, welches von dieser Edition ab-wiche." 2)
Calvin hatte in Straßburg ein mühsames Leben. Am Abendepredigte er, am Morgen hielt er Christenlehre und arbeitete oft bis indie späte Nacht hinein, um eine neue Ausgabe seines Lieblingsbuchesvorzubereitcn. In der ersten Ausgabe der Unterweisung (Institution)hatte Calvin, wie wir schon erwähnten, einige mitleidige Stellen zuGunsten der Ketzerei eingeschaltet, die er nicht aus dem christlichenStaate verbannte, sondern ruhig fortbestehen ließ unter der evangeli-schen Herde. Seine Verbannung aus Genf hatte ihn grausam ge-macht und es wurden in der durchgesehenen Ausgabe einige Stellenverändert, welche aus die Neuerer Bezug hatten. Er sah voraus, wasdie Zukunst bringen würde; er fürchtete, wenn er je einen Ketzer ver-damme, konnte man ihm das Blut, welches er vergießen wird, vor-werfen, wenn man das Buch von der Unterweisung aufschlagcn würdet)Er brachte sein unbcugbares Dogma selbst in Ausübung.
1) (lslviii l'rötno« (W-; p-mmnon.
2) .toll. 8tlirmii Itectoris .Vnli>n>>u>i lres 1270.— slannti.4ntip<UU>i.dien;>oIi 1>nlntii>or>im 1280, p. 20, 21.
3) Cu>I>»5 llnstitutioniluis) nilul post nelclielit gnocl cam >uimis ;uitznet.Soli. 8turnuns.
3) Man vergleiche das Kapitel dieses Bandes, welches üherghrieheii ist: „Diechristliche Unterweisung."