Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
231
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blicke des ersten Excmplares eines schönen Homers, den er mit Charac-teren gedruckt hatte, die er in Italien eigens hatte gießen lassen, wurdeer von einem förmlichen Wahnsinn befallen, flüchtete sich von Löwenund nahm mehrere Reiselüsten voll von seinen Hauptwerken mit sich,die er in Paris um sehr hohen Preis verkaufte.

In Paris besuchte er die Humanisten, welche Brieonnct, der Bi-schof von Mcaur, in seinen Palast gezogen hatte. Er wurde verdor-ben im Umgänge mit diesen streitsüchtigen Naturen und nahm zuerstdie lutherische Lehre an, als die Ketzerei nur noch einen Repräsentan-ten hatte; später wurde er Zwinglianer. Er liebte die Schriften derAlten leidenschaftlich; cs war seine größte Freude, Manuscriptc durch-znsuchcn, die Lesarten zu vergleichen und über die Abweichungen zudiscutiren. Wenn er eine neue Erklärung für ein verdorbenes Wortgefunden hatte, ließ es ihm keine Ruhe, bis er alle Ohren mit derMitthcilung seines Glückes betäubt hatte: in ihm war Archimedes zumBüchertrvdlcr geworden. Die Einführung der lutherischen Lehre inStraßburg entriß ihn seiner Sonne und seinen Musen. JohannPappus war in der Weise des Franz von Sickingen aufgetreten, mitPanzer und Lanze gerüstet, um die sächsische Dogmatik in dem Buchezu vertheidigen, welches den Titel führte:Us eliaritats cllrmtimmguestionss chme," ein Pamphlet, in welchem das Wort Liebe nur aufdem Titel steht. Sturm trat ihm in seinem Anti - Pappus entgegen,einer Schrift voll Beleidungen; man könnte glauben, sie wäre der Fe-der eines antiken Lastträgers entflossen, der sich in einen Kalvinistenverwandelte. Pappus hatte Mittel gefunden, seinen Rivalen von demPlatze eines Rectors der Hochschule wegzubringen, wodurch er einenBeweis führte, der keine Replik zulicß und der sich nicht besser hätteerdenken lassen. Der Sieg wäre noch vollkommener gewesen, wennPappus an seinem Feinde das Decrct einer Excommunication hätte in'Anwendung bringen können, welche die Kirche von Straßburg in ihremKatechismus bcibchalten hatte; Sturm hatte aber Straßburg allzu be-deutende Dienste geleistet, als daß man ihm hätte einen so hartenSchlag versetzen können.

Eapito (Köpslein) war eine jener Seelen, denen man in dergelehrten Welt des sechszehnten Jahrhunderts so oft begegnet; sie glei-

1) Itsillet, lugt,. les 8:>vant8 t, 6, p. 313.

2) I^xcommuuiesntur guidum ut ul> eorum et vitu et doclrina alii rareresiossint. .Vd kaec ut excommnnicatus pudore sutt'usus, curet et deoet bomnubus vitao emeudatione reconciliari »ese. Beiträge zur Ge-schichte der Reform. B. 1.