Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
144
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Wahrheit entfernt, denn Gott hat nicht so viele Regeln geboten, alsdie Menschen erdichtet haben, um die Welt zu betrügen, unter demVorwände der Religion sind sie Diener des großen Teufels.

Wie, sprach die Mutter Verweserin, ihr, die ihr euch Evange-lische nennt, ihr findet im Evangelium, daß ihr Andere verläumdensollt?

Der Svndicus sagte, ich bin ein Dieb gewesen, ein Räuber undgroßer Verschwender, wußte von der Wahrheit des Evangeliums nichtsbis jetzt. Daraus antwortete die Mutter Verweserin; alle diese Werkesind böse und gegen das göttliche Gebot; es ist sehr gut, daß ihreuch gebessert habt. Frau Verweserin, sagte der Svndicus, ibrseid sehr aumaßcnd, wenn ihr uns aber erzürnt, sollt ihr es bereuen.Meine Herrn, sagte die Mutter Verweserin, ihr könnt nur meinen Leibstrafen, was ich aus Liebe zu meinem Gott sogar wünsche......

Am Sonntage in der Octav der Heimsuchung Mariä kamen dieSvndici mit dem Hauptprediger, Namens Farel, dem Peter Virctund einem Franziscaner-Brudcr, der mehr einem Teufel, als einemMenschen glich; es war um zehn llbr Morgens, als die armen Schwe-stern speisen wollten, die Männer sagten, sic wären unsere Väter undguten Freunde.

Der Spndicns sagte, wir sind die Gerichtsherrn, wir wolleneintreten. Die Mutter Verweserin antwortete: meine Herrn, essagt mir mein Inneres, daß ihr die teuflischen Prediger mit euch bringt,die wir, nicht hören wollen.

Der svndicus sprach: wir sind rechtschaffene Leute, und gehennickt mit Betrügereien um, wir kommen, um euch zu trösten, unddcßhalb öffnet die Pforten.

Meine Herrn, sagte die Mutter Verweserin: erkläret uns doch,wenn cs euch beliebt, weßhalb ihr hier eintreten wollt?

Der »svndicus antwortete: des Herrn wegen wollen wir eintreten,und wenn ihr nicht öffnet, brechen wir eure Thüre ein.

Als die Mutter Abtissin und die andern Schwestern dieses sahen,sagten sie, es ist besser daß wir ihnen die Pforten öffnen, sie könntenuns sonst noch andere Beleidigungen anthun.

Dann gingen sie geraden Weges ins Kapitel und der Svndicussprach: Mutter Abtistiu, laßt all euere Schwestern bieher kommen.Alle Schwestern waren versammelt, die jungen wurden vor den ver-wünsckten Farel gestellt. Es wurde Stillsckweigen geboten und Fareläußerte seinen Wunsch. Uuria sink in monlnnu, er sagte, Ma-ria habe kein Einsiedlerleben geführt, sondern habe fleißig für ihre