Anfänglich glaubte man, eine feierliche Procession werde die vielenEntweihungen sühnen. Der König wohnte dieser Procession bei, mitentblößtem Haupte, einer Kerze in der Hand, begleitet von seinemganzen Hose, den auswärtigen Gesandten und einer Menge Volkes.Der Bischof von Paris, Johann du Bella», trug das Allerheiligsteunter einem Thronhimmel, der von dem Dauphin, den Herzogen vonOrleans und Anguleme, und dem Herzoge von Vendome, dem erstenPrinzen von Geblüt, getragen wurde. Der König trat in den großenSaal des Erzbischoses und sprach zu den Parlamentsmitgliedern in denrothen Gewändern, zu dem Clerus und dem Adel:
„Wenn die Anrede, die ich an euch halten soll, anwesende Herrn,nicht so geordnet und gehalten ist, wie es eine feierliche Rede erfor-dert, so verwundert euch nicht. Der Eifer für die Sache, über dieich reden will, hat mich so ergriffen, daß ich meine Worte nicht zubeachten, nicht gehörig zu ordnen weiß. Wenn ich auf die Beleidi-gung Hinblicke, welche dem Könige aller Könige zugefügt worden ist,durch den ich herrsche und dessen Stellvertreter ich in diesem Reichebin, zur Vollziehung seines heiligsten Willens; wenn ich die Bosheitund das arge Verderben derjenigen anschaue, welche die französischeMonarchie bedrängen und zerstören wollen, die so lange Zeiten hin-durch von Gott erhalten wurde: darf ich nicht mit Stillschweigen über-gehen, daß ne früher auch einige Zeit betrübt worden sei; aber dieKönige meine Vorfahren sind der christlichen und katholischen Religionimmer treu geblieben, wcßhalb wir noch den Namen KllerchristlichsteKönige führen, und mit der Gnade Gottes führen werden. Und ob-schon diese unsere gute Stadt Paris zu allen Zeiten ein Haupt undVorbild aller guten Christen war, so haben doch in jüngster Zeiteinige Neuerer vom wahren Glauben abgefallene, verblendete, in Fin-sternissen irrende Leute, sich bestrebt, gegen die Heiligen unsere Für-bitter und sogar gegen Jesus Christus unfern Gott aufzutreten, ohneden wir nichts zu thun vermögen, und ohne den nichts ein Gedeihenhat. Es wäre aber die größte Abscheulichkeit, wenn wir nicht dieseschändlichen Thoren nach all unfern Kräften auszurotten streben wür-den. Deßhalb wollte ich euch berufen und bitten, daß ihr all dieseMeinungen, welche euch verführen, und den Einen oder den Andernbethörcn könnten, aus cuern Herzen und Gedanken verbannen möget,daß ihr, wie ich euch bitte, wachsam seiet, euere Kinder, Hausge-nossen und Dienstboten im christlichen Gehorsam des katholischen Glau-bens unterrichtet, denselben befolget und bewahret; daß ihr über jeden,den ibr von dieser verkehrten Secte angesteckt findet, sei es euer Vater,