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3)er 3tfi>3ttg in 2fltffcf* tutb ^tiö^etiffdjfanö. [3mcitcS Sud;. — T)rei$ef)nte§ Kapitel.
Sd)Io| 5§oben^olkm im Jürßenijrom ^o^E^oll£rn-5|j^ingjn, btsrijt Bon kn üUiiiftemkrgEm am 26. %nni J866.
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geflogenen SJÖunben bluten noch beute fort. Siek bei* woblbabcnbfknpmilien haben panffurt oerlaffen; unb eine Slbneigung gegen bic preu»jjifche j£>errfdE>aft giebt ftd) noch bei jeber ©elcgenbeit funb. Ginc freunb*liebe, rüdjtchtöDolle Sebanblung würbe bie gereisten freiftäbtifchen ©efflcbefänftigt unb bie Seoölferung weit leister mit ber neuen Drbnung berTinge auögeföbnt f;aben. — 3um Gommanbanten ber ©tabt würbe ba»tnald ©eneral D. (Jtöber, jurn GiDilcommiffär Sanbratb ü. Tiejl ernannt.
2Bir haben noch eineö 3 ro ifenfalleö su gebenfen, ben wir feinergeringen Sebeutung wegen feiger unerwähnt liefen. Tie prftentbümer^ofensollern^ecfingen unb £wbensotlern»©igmaringen in Schwaben, aufbrei ©eiten Don Sffiiirttemberg, auf ber eierten Don Saben begrenzt, 511*famtnen 21,15 ©eoiertmeilen grob, mit einer Seoölferung Don 64,958©eelen, finb auf ©runb Don Grboerträgcn unb burcf) Gntfagung berregierenben dürften am 7. Tecentber 1849 in ben Sefif ber Ärone ißreufenübergegangen.
Gö machte nun auf bic Seoölferung Don ©übbeutfdjtanb ben un*angenefnnjten Giitbrucf, ba§ nad) abgebrochenem Kriege nod) immerÜtefruten unb Sanbwebrmänner auö ben prftentbümern bureb Sabenunb Reffen beförbert würben, um ju ben preufifdjen pbnen §u ftofen.(ffiie, fagte man, ijt benn bie ganje Kriegführung nur eine Jfomöbie?Sreufcn f>at bamit begonnen, swei Königreiche unb ein Äurfürjtentfumplöplicb ju überfallen, in Seftp ju nehmen unb bie ©taatöfräfte bieferSänber jurn Kriege wiber bie übrigen Sunbeöjtaaten $u Derwenben, unbbennod) barf eS gegeben, baf ein Don fübbeutfcfjem ©ebiet runb um*fd)loffeneö preufifcfe§ Sanb nicht bloö unangetaftet wie eine picbenö*infei liegen bleibt, fonbern aud) noch feine fireitbare ÜJtannfcbaft mittenburd) unferc Sänber jum Kriege wiber un§ auöfenben barf? TiefeSchonung ißreufenS ift entweber eine unerhörte Schwäche ober ber ganjeKrieg ein Spott, ben bie dürften mit ihren Sölfern treiben.
T>er Unmut!) äuferte ff in SBort unb ©djrift täg(id) lauter, unbwir wollen als ißrobe ber Dielen heftigen Olrtifel, welche ben Sunb unbbie einjelnen (Regierungen ber Sflftoerfäumnib bef ulbigten, nur folgenbe©teile fjerDorljeben:
„Tie Seifpiele in £annooer unb Kurheffen geigen beutlich, bis wo»bin ber Serratp ober ein bem Serratb junäcbft ftefenber ÜRangel an Sor»ff t unb gutem SffiiUen bie Tinge bringen fann. .fjannoüer ift Dompinbe befejjt, feine Äaffen, fein böd)ft wertboolleö $abtrefcö Kriegs*material ben eigenen Jruppen Dorentbalten unb bem pinbe Derrätherifchüberliefert worben, baö eigene fpecr ohne KriegSbebarf, Don pinben ringöumgeben, mit ©efangennabme bebropt, üiellcft fon gefangen; Kurheffen
] ebenfalls Don (ßrcuben überf wetnmt, beren Sefeblfaber mit bem ftän*! bif en SluSfcbuffe #änbebrücfe wedjfelt ic. Gö fann unb foll bi« nicht, unterfud)t werben, wie weit bei febem biefer unb ähnlicher Sorgängej offener Serratb, wie weit nur OJtangel aller Sorfid)t, alles ipflidjtgefübläunb guten SEBillenS mitgewirft b«ben; genug, berglciiben barf ftd) uidjtI wieberbolen; eö muf bafür geforgt werben, baf nicht nur fein offener| Serratb mehr geübt werbe, ba§ auch jene SöSwilligfeit, jene bem Ser»! rath gleid)fommenbe SfÜd)tDergeffenbeit, bie Wir in ■jpannooer unb Äur*heffen fo eifrig am 2Berf gefeben haben, unfdjäblid) gemacht werben."
2ßir haben eine noch Derbältni§mä§ig febonenbe ükufjerung gewählt,um nicht heute, wo bie Ülnfchauungen jtch getnilbert haben, bie Grinne»rung an ben erbitterten Swiefpalt aufsufrifchen; wir wollen ja lebiglid)bartbun, ba§ bie Sunbeäoerfammlung genötbigt war, ber bamaligen auf»geregten Stimmung baburd) Dtedmung ju tragen, bap fte in ihrer ©ijjungDom 25. 3uni ben Sefd)lu§ fapte, bic b°benjollernf<i)en prftentbümerfür ben Sunb in Sefil} su nehmen unb unter beffen Serwaltung su ftellen.Siit ber üludfübrung biefeS Sefd)luffeS würbe bie Regierung Don SBürttem»berg beauftragt, bie in ber barauf folgcnben 0tad)t burd) ein Don Ulmabgcfcf)idteS Sataillon bie prftentbiimer befepen liep unb ben wirtlichen©taatSratb unb Äanuuerberrn ©rafen $ugo D. ßeutrum junr Gommiffärernannte. Terfelbe richtete bei Uebernabme ber Serwaltung am 26. 3uniau§ ©igmaringen folgenbe Serfünbigung an baS Solf:
„2ln bie Sewobner ber bobensollernfchen Sanbe! Tie Sunbeäüer*fammlung bat am 25. b. St. befd)loffen, bic bobenjoUernfchen prjien»tbümer fofort mit SunbeStruppen beferen su laffen unb bie fönigl. würt»tembergifche Ctegierung su beauftragen, biefen Sefcf)Iuf$ s u Dolljiebfn, aud)bie Serwaltung biefer prjtcntbümer im Samen beö Sunbe^ s u ö^ ersnehmen. Son ©r. Staj. bem Könige Karl I. Don Sßürttemberg mit berSollsiehung biefeS SefdiluffeS betraut, erfcheine ich in eurer Stitte unbhoffe burd) mein ganjeS Serfabren halb euer Sertrauen ju erwerben.Sillen euren 3ntereffen foll möglichst (Rechnung getragen werben unb bieöffentliche Serwaltung ihren gehörigen p^flang nehmen, jfommt mirunb ben mir beigegebenen (Beamten unb Iruppen in einer üßeife ent*gegen, bie und in unferem feften Sorfajj unterjtübt, in ein freunblidtjeSScrbältnib s u cu ^ 5 U treten."
Tiefe Sorauöfehungen haben ftd) betätigt, biefe Sufagen finb erfülltWorben. Tie Seoölferung fügte ftd) in bie eingetretene Sage unb würbemit gro§er Stilbe unb ©djonung behanbelt.
[14. Äapitct: SBütsburg — 'Nürnberg.
Drutf unb fßerlag tson 3. 3- SBebet in Seipjtg.