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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Im warmen Schoße ward ich zärtlich aufgehoben.

Bis völlig auf der Flur der Wintersturm verschnoben:

Als am sechzehnten Mai war aller Frost vorbei,

Schien's daß ihr erster Sohn ihr zu gebären sei.

Sie lächelte dabei und sprach: Dein Leben seiVon Knmmerfrösten frei stets ein sechzehnter Mai.

O hätte sie's vermocht, die nun im Grabe ruht,

Mir zeigte die Natur stets mütterlichen Mnth,

Die so stiefmütterlich sich leider nun erweiset,

Daß mein Geburtstag sich mit Winterfrost nmciset.

Das hat, so ahnnngsreich, die Mutter auch geahnt,

Die mit Sprichwörtern mich daran als Kind gemahnt.

Das eine war: Der Mai, der Mai ist nichts zu gut.

Er schneit dem Schäfer wol zuweilen ans den Hut.

Das andre Sprichwort klang noch frostiger: Im Mai,Im Mai erfrieret oft der Vogel selbst im Ei.

Und wenn ich feiern mein Gcbnrtsfest müßt' im Freien,So würde auf den Hut Herr Mai dem Schäfer schneien.

Und halt' ich nicht ein Nest ein warmes mir erkoren,

So war' im Mai im Ei der Vogel gar erfroren.

41 .

Der Lieb' ohn' Eigennutz freu' dich, die du gewannst,

Der freien Gab', um die du Dank nur geben kannst.

Was du dir sagen darfst, darf sich kein König sagen:

Ganz reine Neigung ist's, was dir die Herzen schlagen.

Man sucht nicht deine Huld, man scheut nicht deine Macht,Und an den Menschen nur hat hier der Mensch gedacht.