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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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3 .

Poeten, lasset uns treulich zusammen halten!

Erkälten dürf' uns nicht die Welt, noch selbst erkalten.

Haucht aus euch nur die Glut, die Gott in euch gehaucht,

Und bleibet wohlgemut, wenn draußen sie verraucht.

Wer größer, kleiner sei, das lasset uns nicht streiten;

Uns richtet diese Zeit, sie richten kiiuft'gc Zeiten.

Gar viel was heute glimmt, wird über Nacht verglimmen;

Und was mm oben schwimmt, wird fort im Strome schwimme».

Was dem das meiste gilt, wird der am meisten schelten,

Und drum, was dieser schilt, wird jenem doppelt gelten.

Gut Werk ist Dichterei, die feine wie die plumpe,

Und nur Knnstrichterei ist ein Geschäft für Lumpe.

4 .

Wer nichts Ehrwürd'ges kennt, mit Ehrfurcht keinen nennt,Hat keine Ehr' und bleibt von Ehren stets getrennt.

Ihr achtet kein Gesetz und ehret keine Sitte,

Junges Barbarenvolk in der Gesittung Mitte.

All' eure Schreiberei, wie geistreich ihr sie schmückt,

Doch ist der Barbarei Gepräg ihr aufgedrückt.

Weh, wenn's gelingt, daß ihr die Welt barbarisirt;

Spott euch, wenn ihr umsonst euch habt prostituirt!

8 .

Die Wohlgestalt ist schön in jeglichem Gewände,

Am schönsten ist sie nackt, doch nur im Unschuldstande.