635
Wcr's einmal gut gemacht, hat fürder keine Wahl,Als daß er besser noch es mach' ein andermal.
3 ,
Schon wieder hast bn nicht, was ich gewollt, gcthan.Schon wieder hast dn, was dn nicht gesollt, gethan.
„Gesündigt Hab' ich wol, allein vernimm die GründeDer Unterlassung dort, hier der Begehungsiindc,"
Und Sünden meinest dn mit Sünden abgcthan?
Die Gründe gehn mich nichts, mich gehn die Sünden an.
Wer sich ans Gründe wollt' cinlasscn aller Sünden,
Auf einen schönen Grund war' jede wol zu gründen.
6 ,
Dein freier Will', o Mensch, soll dein nicht sein und eigenDenn in der Eigenheit will sich Unfreiheit zeigen,
An der Uneigcnheit ist Freiheit zu erkennen;
Was frei in Wahrheit ist, darf keiner eigen nennen,
Bon allem, was sich rühmt der Freiheit, ist ans ErdenSo frei nichts, als, o Mensch, dein Wille frei soll werden
Dein freier Wille sei nicht eigen dem und dem,
Dein eigen sei er nicht, so ist's Gott angenehm,
Gott selber will in dir, der deinen Willen schasst;
Und Gott zu wollen, ist des freien Willens Kraft,
Begreifen willst dn Gott? Laß deinen blöden Eifer!Denn mehr muß sein als das Begriffne sein Begrcifcr,