536
Er bettelt nicht, gelehnt auf seinen Bettlerstab,
Der Betschnur Kügelchen betet er schweigend ab.
Er schaut nicht, sondern horcht, denn sein Gesicht ist blind.Ob sich ein Fußtritt naht, dann hebt er sich geschwind.
Dem Wandrer öffnet er die beigelehnte Pforte;
Der Wandrer geht hindurch, und jener bleibt am Orte.
Doch gibst du ihm ein klein Almosen, sagt er drauf;
So thue Gott dir einst das Paradiesthor auf!
Doch wenn du nichts ihm gibst, so sagt er nicht ein Wort,Und ohne Segen gehst du von dem Bettler fort.
17 .
Im Garten sah ich Bannst auf eigne Art benutzt,
Die Seitenäste samt dem Wipfel weggestutzt.
Verwundert fragst ich, was die Stnmmlung soll bedeuten?Und angegeben ward der Grund mir von den Leuten:
Nach dieser Seite fiel das Obst dem Waldbach zu,
Und oben kam allein des Vogels Flug dazu.
Was wir von Besten hier und droben weggenommen,
Auf andern Seiten wird es uns zu Statten kommen.
Wir ziehn nicht unfern Baum zur Schönheit wild und frei;Wir ziehn für uns das Obst, wie schief der Astwnchs sei.
18 .
Zwei Pfähle sah ich stehn, der eine weiß und blau,
Der andre gelb und schwarz, unlieblich war die Schau.
Die beiden sagen an, daß hier Landgrenze sei;
Und sagten sie es nicht, so fiel' es mir nicht bei.