515
Wo jeder will die Welt mit seiner Spann' ansspannen,
In seiner Formeln Zwang die Kraft' nnd Geister bannen.
Wo jeder Denkherr flugs den andern stößt vom Thron;Was er dem Vater that, erwartet er vom Sohn.
Sie glauben alle, daß sie bis zum Ende drangen,
Und jeder Folgende muß an von vorne fangen.
Der alte Brei wird nmgerührt im neuen Topf;
Was auf den Füßen stand, das steht nun ans dem Kopf.
Laß diesem Chaos uns der Meinungen entfliehn,
Zurück ins heitere Gebiet der Kunst uns ziehn.
Ihr Friihlingssch'öpferhanch entfaltet bunte Welten,Die rund und ruh'nd in sich, einander lassen gelten.
Gleich Blumen blühen sie, und welken Blumcn-gleich,Anstehend Glan; und Duft, nnd sterbend samcnreich.
Was hat ein Denker denn ergründet nnd begründet,Das nicht ein Sehermnnd in Ahnung vorverkiindet?
welches Wissen ist nicht blasengleich zerronnenDas nicht in Knnstkristall Gediegenheit gewonnen ^
^ Schönheit, bring' cs doch der Schwester Weisheit beiDaß ohne dich ein Bild sie ohn' Erscheinung sei
Die Guter nnter'm Werth verächtlich anznschlagenhcrabzusetzen sie, um leichter zu entsagen.
Iß nur ein Kunstgriff, der, wo's gilt, dich läßt in StichBiel anders, als du dich gedacht hast, fühlst du dich.
Man suhlt, was man gehabt, wann inan es lassen muß;Was Hilst es, sich zuvor verkümmern den Genuß?
33 '