463
22 .
Die Seele, die herab ist in den Leib gestiegen,
Hat halt, dem Vogel gleich im Banr, verlernt das Fliegen;
Nahm Schwere an und gab dem Leit des Schwunges Kraft,Daß sie halt leibhaft ward, der Leib halt scclenhaft.
Ae hat ein dunkles Hans mit ihrem Licht erhellt,
Deswegen ater selbst in'S Dunkle sich gestellt.
Sie hat dem tobten Leib sein Leben cingcgebcn,
Ausgebend selbst um Tod ein Thcil von ihrem Leben.
Tie Liebe war's, die sie zu ihm hcrniedcrzog,
Mit ihm in Staub zu gehn, die ohn' ihn droben flog.
Sowie dem Glauben auch herab sich hat gelassenDie Gottheit menschlich, daß sie Menschenherzcn fassen.
»ud wie ein Weiser ans der Weisheit Hellen SfärenHerabstcigt, um die Nacht der Blödheit anfznklaren.
Er will sich eines Thcils der Weisheit gern begeben,
»in die Unwissenheit zum Wissen zu erheben.
3» jeder Lebenssfär', in jedem WirkungskreiseW sich der höhrc Geist herab ans solche Weise.
Mit Demut, Dienstbarkeit, Lieb' und AufopferungLnilit er das Niedre stets und gibt ihm Hähern Schwung.
Mit Tugend, Kraft und That, mit Anmut, Scherz und Witz,Wie Sonnenschein und Thau, wie Regcnstnrm und Blitz ;
rc mannigfaltig steigt der Himmel stets zur Erde,
Damit das Irdische des Himmels theilhaft werde;
Damit das Leben so sich mit dem Tod versöhne,
»>>d aus dem Staub erblüh' die Lust der Welt, das Schöne.