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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Der Blick des Neides reißt das Haus des Nachbarn ein.

Der Blick der Liebe fällt hinein wie Sonnenschein,

Der Blick des Neides zehrt wie Sommerglut die Bronnen,Der Blick der Liebe schwellt das Herz wie Frühlingswonnen,

Dem Blick der Liebe blickt entgegen Lieb' aus allen,

Des Neides Wohlthnn ist auf's eigne Herz gefallen,

Ter Blick des Neides sieht zu seiner eignen PeinNur alles Fremde groß und alles Eigne klein.

Der Blick der Liebe sicht gern alle gut und reich ;

Denn nur die Liebe inacht dem Eignen Fremdes gleich.

68 ,

Gott, der den Frieden gibt Friedscrt'gen zum Geleit,

Zn jedem,Sinne geb' er dir Harmlosigkeit,

Harmlosigkeit im Ohr hört überall Musik,

Und Schönes überall sieht ein harmloser Blick,

Harmlosigkeit im Mund macht niemals Herzen wund,ilud ein harmloses Herz ist selbst im Weh gesund.

Der Mann ist harmlos, der macht Andern keinen HarmUnd selber sich nicht härmt, er sei reich oder arm.

66 ,

Mel sind der Tugenden, doch jede ist die ganze,

Wenn echt, so wie ein Bild vom Frühling jede Pflanze,

Wo eine Blume blüht, da muß der Frühling sein,lind wo der Frühling ist, da blüht bald groß und klein.

So gleich einander all und jede so verschieden,

So wohnen Blumen - gleich die Tugenden in Frieden,Rückelt, Lehrgedicht, 28