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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Der Vogel, dem das Herz nicht unterem Flaum mehr klopft,Und steif den Fittig hängt, ist artig ausgcstopft.

Die größern Thiere, die nächst an den Menschen reichen.Sind widerwärtiger, je größer ihre Leichen.

Doch nur den Menschen, weil er ist des Lebens Krone,

Macht völlig schauderhaft das Leben, das entfloh'ne.

Darum verhüllte, den der Freunde Dolch erstach,

Sein Haupt vor'm Himmelsaug', eh' ihm das Auge brach.

Wie aus Naturgcheiß die Thier' auch, wenn sie siechenAm letzten Weh, in Schläft' und Höhlen sich verkriechen.

Und ein mit Schönhcitsinn begabtes Volk bedeckt

Den Sarg mit Blumen, daß sein Anblick minder schreckt.

Nachahmend der Natur, die, überall erfülltVon Gräbern, jedes Grab in Blumenteppich hüllt.

o.

Groß ist die Aehnlichkcit von Seel' und Schmetterling,Doch die Verschiedenheit von beiden nicht gering.

Die Puppeumaske zeigt ein Todtenangesicht,

Aus dessen Ernst ein Stral von höherm Leben bricht:

Das ist das Gold, wovon die Chrysalide trägtDen Namen, darin ist Verklärung vorgeprägt;

Nur daß der Schmetterling noch in dem Sarge liegt,Indes vom Kerker frei die Psyche drüber stiegt.

Die Psyche, die, wie sie sich unsichtbar gestaltet3m Leben, so im Tod unsichtbar sich entfaltet.

Der Schmetterling erhebt sein himmlisches Gefieder,Senkt nieder es und heckt am Boden Raupen wieder.