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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Die zwölfte Stunde nur schlug meine Taschenuhr,

Doch rings blieb thcilnahmlos die schweigende Natur,

Die Zeitabschnitte sind vom Menschen nur erdacht,Ununterbrochen geht die Weltuhr Tag und Nacht,

Jahrstunden rufet Lerch' und Schwalb' und Kukuk ans,

Und Pcrpendikelgang ist Sturm und Wogcnbraus.

Der Sommer macht dem Herbst, der Winter Platz dem Lenze,Doch nirgends abgesteckt ist sichtbar eine Grenze.

Der Zeiten Wagen rollt gleich über An'n und Haiden,

Ohn' Anstoß über Jahr' auch und Jahrhundertscheiden,

So rollet mein Gesang mit mir die Welt entlang,

Den Zeitenwechsel durch, mit immer gleichem Klang,

Bon Lebensstation zu Station begleitend,

Der Himmelssonne gleich, durch alle Zeichen schreitend.

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Der Tod ein Schauder und Entsetzen der Natur,

Dem Anblick fürchterlich, hold dem Gedanken nur.

Süß ist Gestorbenscin, und bitter nicht ist Sterben,

Doch Sterbensehen ist der Lebenslust Verderben,

Und um wie höher steht schon ans der StufenleiterEin Leben, um so mehr sind widerlich die Scheiter.

Der Stein, lebendigtodt, ist drum sich immer gleich,

Ihn macht der Tod nicht kalt, ihn macht der Tod nicht bleich.

Die Blum' auch welket zwar, vom Stengel abgepflückt,

Doch ist die welke noch mit Färb' und Duft geschmückt.

Und jene Blüte, die an keinem Stiel darf rasten,

Der Schmetterling ist schön noch in des Sammlers Kasten,