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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Schlamm

Zangen

sch'onrer

So sah ich einen Greis, an Aug' nnd Ohr verwittert,Bon Lustentziicknngen im Frühlingshain dnrchzittcrt.

Der Blüten Duftgernch, der Abendlüfte Wehn

Macht ihm den Mnnd voll Preis, das Aug' in Thränen stehn.

Er sog, was er nicht sah, nnd roch, was er nicht börte,

Und fühlte Vollgcnnß nnd Andacht ungestörte.

So schön ist Gottes Welt, daß auch ein leises FlüsternBon ihr der Blindheit kann nnd Taubheit Nacht cntdüstern.

73 .

Ich weiß es nicht, ob so sich allgemein verhältDas menschliche Gemüth, wie meines ist bestellt,

Das in der Freude schon das Ende füblt der Lust,

Und in der Trauer sich des Trostes ist bewußt;

Sodaß im Gegensatz von ungewisser DauerVerschwimmen alswie Licht nnd Schatten Lust nnd Trauer.

74 .

Weißt du, was Liebe sei? Daß eine dir gefallen,

Jst'S nicht, auch das nicht, daß sie dir gefiel vor allen.

Doch Andere ;n sehn nnd schöner sie zu finden,

Geistreicher auch, und doch nicht Lust noch Neid empfinden,

lind fühlen, daß es nur zur Einen hin dich zieht;

Die Lieb' ist das, die fühlt, nicht denket oder sieht.

Rickm, Lehrgedicht.

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