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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Viel wichtiger als was du hast gelernt, mein Sohn,

Ist was dn hast gcthan, nnd mehr hast du davon.

Was dn gclernet, mußt dn fürchten zu vergessen;

Was du gethan, von selbst erinnerst dn dich dessen.

Es mag dich nun erfrenn, es mag dich nun gereun,

Von selber wird sich die Erinnrnng dir ernenn.

Einmal geschrieben, ist's nicht wieder ausznstreichen.

Und in des Lebens Buch steht cs als ewiges Zeichen,

Drum was du schreibest, denk', ob dn es immer sehnVor Augen möchtest, nie es wünschen nngeschchn.

Einmal geschrieben, ist's nicht wieder nmznschreiben;

Und streichest du's auch ans, so wird der Strich doch bleiben.

Und kratzest dn es aus, so bleibet doch der Kratz,

Und Neues läßt sich nie rein schreiben an dem Platz,

30 ,

Thust dn dir was zu gut, so ist dir wohl zu Mnth,

Doch besser thnst dn, was auch wohl den Andern thnt.

Das Leben ist nur dem an steten Wonnen reich,

Der frohbewnßt es sich nnd Andern lebt zugleich,

31 ,

Wen unerwartet Glück mit Unmaß überschüttet,

Gefördert wird dadurch sein Heil nicht, mir zerrüttet;

Wie übcrströmt mit Oel, statt mäßig angcfrischt,

An ihrer Lebensfüll' oft eine Lamp' erlischt.