Druckschrift 
Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
Entstehung
Seite
248
Einzelbild herunterladen
 

248

ii.

In einer Hole hochgewölbt und tiefgegrabenSind träge Wohner, die dort feste Sitze haben.

Wie angefcsselt sind sie an dem Sitz von Stein,

Und sitzen answcrts nicht gewendet, sondern ein.

In ihrem Rucken ist von oben eine Kluft

Gesprengt, durch welche dringt des Himmels Licht und Luft.

Vor ihrem Angesicht der Hole finstre WandDient ihrem Augenmerk zmn einz'gen Gegenstand.

Sie halten zngcwandt den Rücken jenem Licht,

Und nur ans diese Wand gewendet ihr Gesicht.

Was werden sie da sehn? die Schatten, die entstehnDer Dinge, die vorbei in ihren: Rücken gehn;

Die Schatten, welche wirft der Sonne Glanz vom Rücken,Um auch mit einem Bild das dunkle Hans zu schmücken.

Die Leute drinnen sehn die Dinge nicht, und haltenDas Schattenbild davon für wirkliche Gestalten.

Sie freuen mäßig sich am bunten Schattenspiel,

Und wissen doch davon den Grund nicht noch das Ziel.

Zinn aber ist ein Geist zu einem hcrgekommcn,

Der hat die Fesseln ihm, die Trägheit abgenommen.

Geblieben sind geschnürt die andern unberührt,

Ihn aber hat der Geist befreiet und entführt.

Sein Angesicht zmn Licht wandt' er mit schneller Wendung,Da traf sein Angesicht vom Licht zuerst die Blendung.

Doch answcrts zog er ihn die hehre schwere Kluft,

Und ihm entgegen kam zur Stärkung Himmelslnft.