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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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3 .

Was unterscheidet dich, o Mensch, von der Natur?

Du bist ein Werdender, sie ist geworden nur.

Sie ist geworden, was sie werden sollt' und kann;

Du aber bist ein Kind, das werden soll ein Mann.

Darum an der Natur ist alles schön und groß,

Vollkommen, reich und stark, du schwach, nackt, arm und bloß

Doch ist die Kraft in dir, stark, reich und groß zu werden;Und daß die Kraft du fühlst, seh' ich an den Gcbcrden.

Und dis Gefühl der Kraft soll^man dir nicht zerbrechen;

Dir soll, wenn es erschlafst, der Himmel Mnth entsprechen.

Du kannst nicht sinken, trenn du dich erheben willst,

Wenn du am Niedern nicht dein Hochverlangcn stillst.

Gewonnen ist das Ziel, wenn du den Mnth gewannst,

Daß du schon jetzt bist viel, und mehr stets werden kannst.

4 .

Wenn sein Gottühnliches du willst dem Menschen zeigen,

So darfst du ihm auch nicht sein Thierischcs verschweigen.

Gefährlich ist es, ihn bewundern sich zu lassen;

Gefährlich auch, ihn nur zu zwingen, sich zu hassen.

Anffordern mußt du ihn, sich selber zu bekriegen,

Um durch sein Besseres sein Schlichters zu besiegen.

Was heißt dich, wie dich selbst, jedweden Menschen achten?Das Menschcnangesicht! Du darfst es nur betrachten.