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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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63 .

Du hast ein Saitenspiel, ganz rein in allen SaitenGestimmt, die Melodie des Herzens zn begleiten.

Nur eine Sait' ist dran, die, wenn du scharf sie rührst,

Gibt einen Mißton an, den du im Herzen spürst.

Was willst du thnn? du mußt, wenn du die schwachen SaitenNicht ganz vermeiden kannst, darüber leis' Hingleiten.

Du hast ein liebes Herz, auch rein dir gleichgestimmt,

In dessen Wiberklang sich deines ganz vernimmt.

Nur eine Sait' ist dran, die, wenn du scharf sie rührst,

Gibt einen Mißton an, den du im Herzen spürst.

Willst du dem Herzen wie dem Saitenspiel nicht thnn?

Laß die verstimmende verstimmte Saite ruhn.

64 .

Der Bach znm Strome sprach: Du schlingst mich ein so jach;Ich dacht' ich war', und fühl', ich bin in dir nichts, ach!

Der Strom sprach: Laß das Wort! zum Meere gehn wir son,Und wie du hier in mir, in ihm vergeh' ich dort.

6o.

Du ruhst nicht, bis den Strom, der breit durch Länder schwillt,Du schwach und schmal entdeckst, wie er dem Sand entquillt.

Und meinst du nun, der Strom sei diesem Quell entsprossen,Da soviel tausend Bach' in ihm zusammcnflossen?

Du legst nur, damit klein des Großen Ursprung sei.

Den Namen eines Stroms dem winz'gen Rinsal Lei.