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Mich reut mein Haß, nicht weil er nicht Haßwürd'ges träft,Doch ziemt die Nessel nicht nm reine Liebesschläfe.
Laß hassen wer da will und Bcssres nicht vermag,
O Lieb', und liebe du jung bis znm jüngsten Tag.
7.
Wenn du dein Leiden selbst in Thal verwandeln kannst,Dann magst du rühmen dich, daß Freiheit du gewannst.
Gemüthsbcwegnngcn lös' ans in dein Erkennen,
Dann thust du, leidest nicht, und darfst so frei dich nennen.
8 .
Der Geist ist als gesund und krank auch zu betrachtenAlSwie der Leib; gesund ist über krank zu achten.
Wer nur das Gute thnt, damit er Böses meide,
Ist krank, und wertst daß er, um zu genesen, leide;
Dem leiblich Kranken gleich, der bittre ArzcneienMit Unlust nimmt, mn sich vom Nebel zu befreien.
Doch ein Gesunder ißt und trinkt, was ihm bchagt.Und ist gesund nicht weil er etwas sich versagt.
So der gesunde Geist thut was er will, und thntDeswegen Böses nicht; denn was er will ist gut.
9.
Du sagst: Begier ist bös', cs sei nun daß sie rühreVom Bösen her, es sei daß sie zum Bösen führe.
Ich aber sage dir: Begier begehret nurIhr Gutes und verabscheut Böses von Natur.