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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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10 ',.

Ist in dir etwas noch, was du dich schämst zn zeigen,

Zu deiner Ehre was du Andern mußt verschweigen?

Was hilft es dir, wenn dn's dem Blick der Welt entziehst,Da wider Willen doch du es vor Angen siehst?

Das wirf aus dir heraus, wenn du dir willst ersparenDes Anblicks Unlust samt der Müh' es zu verwahren.

103 .

Der Mensch kann was er will, wenn er will was er kann;Ist wol ein guter Spruch, doch gnügt er nicht dem Mann.

Der Mensch kann was er will, wenn er will was er soll;Zu diesem ist das Maß der Mannestugend voll.

Das ist der Zanberbann, womit du alles stillst:

Wolle nur was du sollst, so kannst du was du willst.

106 .

Ein gutes Werkzeug braucht zur Arbeit ein Arbeiter,

Und gute Waffen auch zum Waffcnstreit ein Streiter.

Du Streiter Gottes und Arbeiter, merk's, o Geist,

Daß deines eignen Leibs du nicht unachtsam seist.

Das ist dein Arbeitszeug, das ist dein Streitgewaffen;Das halte wohl in Stand, zu streiten und zu schaffen!

O wie du dich bethörst, wenn du den Leib zerstörst,

Der dir so angehört, wie du Gott angehörst.

Wie du Gott angehörst, gehört dein Leib dir an,

Und ohne deinen Leib bist du kein Gottesmann.