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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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78 .

Sci du die Traube nicht, o Herz, die unterm LaubeSich birgt, damit der Dieb im Garten sie nicht raube.

Gesunden freilich hat sie unterm Laub kein Dieb,

Doch auch kein Sonnenstral, daher sie sauer blieb.

79 .

Wenn du die Nacht durchschläfst, bedarfst du keines Lichts,

Doch wenn du wachen mußt, ist nöthiger dir nichts.

Es ist ein Herzensfreund, der in WeltkümmcrnissenDich kostet; möchtest du dis Licht im Dunkel missen?

8 «.

Geh, suche Menschen ans, um dich als Mensch zu fühlenIn Andern, ohne trüb' im Busen dir zu wühlen.

Such' einen Glücklichen, wenn du cs selbst nicht bist;

Sei glücklich daß du siehst, daß es ein Andrer ist.

Such' auf Unglückliche, wenn du es wähnst zu sein,

Und es dich trösten mag, daß dn's nicht bist allein.

Such' einen auf, den du verstehst, der dich versteht;

Wo nicht, wcnn's nur zum Ohr, wenn nicht zum Herzen, geht.

Berstören wird ihn um so minder, was du klagst,

Unr dich crleichtert's, wenn du dein Anliegen sagst.

81 .

Es ist ein alter Spruch: Reiß ein dein altes Hans,So findest du den Schatz und baust ein neues draus.

II *