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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
Entstehung
Seite
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Den Meister sah ich Nachts, von einer Kerze SchimmerHell angelenchtet, gehn gedankcntief durch's Zimmer.

Den Boden schien er mit der Sohle nicht zn rühren,

Gespräche leise, die ich nicht vernahm, zn führen.

Anfschlng er dann den Blick, nnd als er stehn mich sah,

Sprach er: Bist dn da? und ich sagte: Meister, ja.

Wie lange?" Lange schon. Dann sprach er weiter nichts;Ich aber bat: O gib mir einen Stral des Lichts!

Er sprach: Ich war bei Gott, er hat mich eingeladen:

Au wählen eine mir von seinen Wundergnaden;

Au schweben in der Luft, zn wandeln ans dem Meer,

Zu sehn Unsichtbares, und solcher Gnaden mehr.

Ach aber wählte mir von allein diesen nichts,ülud war zufrieden mit dem Glanz des Angesichts.

s^)er Meister schwieg; ich sprach : Warum nicht wähltest dn,

^ Mn zu erkennen selbst? Da rief er laut mir zu:

! i Schweig! Ihn erkennen dürft'ich wollen? Nein, nein, neins Kch will nicht, daß Ihn wer erkenn' als Er allein.

^ 4U.

; Wol Hirten seid ihr all, nnd wisset, jeder werde: Mir geben Rechenschaft von sich nnd seiner Herde.

s Dn König bist ein Hirt, der Volksherd' angestammt,

M»d gibst mir Rechenschaft von deinem Hirtenamt.

> Richter bist ein Hirt des Rechtes in dem Lande,

Und gibst mir Rechenschaft von deinem Hirtenstande.