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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Wo klare Wasser gehn, doch die nicht wallend brausen,

Wo frische Lüfte Wehn, doch die nicht stürmend sausen.

Kein greller Vogelschall, kein lhierisches Gestöhne,

Kein lauter Widerhall, kein menschliches Getöne;

Solang du lesest, sei die Luft im Gleichgewicht ;

Hör' ans zu lesen gleich, sobald der Donner spricht,

»Sobald der Regen rauscht, sobald der Sturm sich regt,

»Sobald das Licht, bei dem du wachst, der Wind bewegt.

, Nur wo des Flämmchens unbewegte Spitze brennt,

Da ist der Andacht, der Vertiefung Element,

Vom feuchten Dochte kehrt der Lichtblick sich nach oben;

So fühlt sich das Gemnth dem Irdischen enthoben.

Doch wo Natur für's Ohr laut Gottes Lob anstimmt,

Da schweigt der Geist der Schrift, den nur der Geist oernimmt.

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> Im heil'gen Weda hat sein Wort Gott offenbart;

^ Doch sein Verständnis nun, wo ist es anfbewahrt?

Im Weda selber, der, in sich verständlich klar,

^ Zureichend sich aus sich erkläret immerdar.

Wol so von Ursprung klar ist Gottes Wort entfaltet,

' Allein die Sprach', in der cs spricht, ist nun veraltet.

Du, um sie zu verstehn, mußt sie erst übertragen;

Und ob den rechten Sinn du trafst, wer kann dir's sagen?

So scheint das heil'ge Wort zu rechten Sinns ErbcntnngZn fordern fort und fort ein hcil'ges Amt der Deutung,

Wer aber kann und darf nun führen dieses Amt,

Daß irdisch nicht entweiht sei, was vom Himmel stammt?