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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Die Welt ist Leben; nur Lebendiges alleinKann Leben wirken, drum muß Gott lebendig sein.

Ter Geist des Menschen denkt; nur Denkendes alleinKann Denken schaffen, Gott muß also denkend sein.

Des Menschen Wille will; nur Wollendes alleinKann Willen wirken, Gott muß selber wollend sein.

Darum im heiligen Sanskrit, wie dir bekannt,

Ist er Swaiambhn, der Selbwesende, genannt;

Ter Unbedingte, der sein eignes Sein bedingt,

Selbst durch Hervorbringnng der Welt hervor sich bringt.

II.

Wag' es, wenn dn's vermagst, von beiden LebensssärenDie hier für Schein, die dort für Wahrheit zu erklären!

Und sich die Wirklichkeit sür einen Schatten an.

Der dort vom fernen Licht sich streckt zu dir heran!

Dagegen laß nur auch dem Andern seinen Glauben,

Der diese Wirklichkeit sich nicht will lassen rauben,

Und selbst das Ewige für einen Schatten hält,

Der von dem Sinnlichen hinaus ins Leere fällt.

Du kannst den Schatten hier nicht leugnen, der dich neckt,Und er dort jenen nicht, der ihm ein Granen weckt.

Ihr theilet beide gleich die Welt in Licht und Schatten,

Und tauscht die Namen nur, wer will's euch nicht gestatten?

> 2 .

Was machst du an der Welt? sie ist bereits gemacht,Um deine Freiheit hat dich dieser Spruch gebracht.