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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Und könnt' ich klar nur in des Herzens Spiegel sehn,

So fand' ich schon darin, was in der Welt geschehn.

Nnn muß ich warten, bis zuletzt Gerücht und ZeitnngZn nur gelangt mit des Geschehenen Verbreitung;

Daß mich mitfrcne, mitbetrübe, was betraf

Von Wohl und Weh' die Welt, derweil ich lag im Schlaf.

40 .

Dein Wirken wirst du nach verschleimen Stund- und TagenBald allzu niedrig, bald auch allzu hoch anschlagen.

Das sind des Hochmnths und des Kleinmnths böse Geister,Die laß nie sein in dir der rechten Demuth Meister.

Mit höchstem Selbstgefühl verträgt die Demuth sich:

O Werkzeug Gottes, du nicht wirkst, er wirkt durch dich.

41 .

Mein Sohn, du sollst dich nur ans Straßen und ans GassenSchn mit ehrbaren, mit geehrten Leuten lassen.

Die halbe Ehr' ist dein, wenn man sich neigt vor ihnen;

Am Ende lernest du die ganze selbst verdienen.

42 .

Mit Andacht Hab' ich in den Regen aufgeblickt,

Der endlich, lang ersehnt, die dnrst'ge Welt erquickt.

Ich habe wol für mich zu trinken stets gehabt,

Doch hat nichts, weil die Welt gedurstet, mich gelabt.

Nun schweigend alle, die zuvor gedurstet, tranken,

Mußt' ich in meinem und in ihrem Namen danken.