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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Du bist des Morgens Hauch, du bist des Abends Luft,

Du bist des Frühtiugs Strauch, du bist des Herbstes Dust.

Du bist's und bist cs nicht, du bist wie Tag und Jahr,

Der Kreis, der in sich kreist, unwaudel-wandelbar.

Das Räthscl staun' ich an und will es lösen nicht,

Weil sich die Lösung in mein eignes Sein verflicht.

Du, Wunderbarer, gabst mir Lust am Wunderbaren;

Mich, Ewigklarer, labst du mit dem Dämmerklaren.

49 .

Auf Erden gehest du, und bist der Erde Geist;

Die Erd' erkennt dich nicht, die dich mit Blüten preist.

Ans Sonnen stehest du, und bist der Sonne Geist;

Die Sonn' erkennt dich nicht, die dich mit Stralcn preist.

Im Winde wehest du, und bist der Lüfte Geist;

Die Luft erkennt dich nicht, die dich mit Athmen preist.

Auf Wassern gehest du, und bist des Wassers Geist;

Das Wasser kennt dich nicht, das dich mit Rauschen preist.

Im Herzen stehest du, und bist der Liebe Geist;

Und dich erkennt das Herz, das dich mit Liebe preist.

ÖO.

Es strömt ein Quell aus Gott und strömt in Gott zurück,Der Einstrom hohe Lust, der Ausstrom höchstes Glück.

Er strömet in dich ein durch's offne Thor der SinnenUnd strömet aus dadurch und nimmt dich mit von hinnen.

Durch's Auge strömt er ein als Licht, daß er verkläreDein Jnnres, und entströmt verklärt als Frendenzähre.