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Die Weisheit des Brahmanen : ein Lehrgedicht
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Doch oft, wann du zum Herrn gelaugt, hast du entdeckt.Daß Hoffnung oder Furcht der Pförtner falsch erweckt.

Ein hcrzensholdcr Herr bat oft unholde MienenZn Dienern, während auch unboldcni holde dienen,

Drum laß ein Lächeln dir nicht zuviel Hoffnung wecken,

Un auch ein Schmollen laß nicht gleich zurück dich schrecken,

Ihr aber, Herzensherrn, sagt cncrn Dienern fein,

Daß sie nicht encrm Sinn umhüllen falschen Schein,

Warum soll Freundlichkeit vergebens Hoffnung wecken,

Und gar Unfreundlichkeit zurück die arme schrecken?

Die müden Hoffnungen, die oft so irre gehn,

O könnten sic das Ziel gleich recht am Eingang sehn!

Ui

Die Seligkeit ist nicht, nur selig selbst zu sein,

Die Seligkeit ist nicht allein und nicht zu zwei»;

Die Seligkeit ist nicht zu vielen, nur zu allen!

Mir kann nur Seligkeit der ganzen Welt gefallen.

Wer selig war' und müßt' unselig Andre wissen,Die eigne Seligkeit wär' ihm dadurch entrissen.

Und die Vergessenheit kann Seligkeit nicht sein,Vielmehr das Wissen ist die Seligkeit allein,

Drum kann die Seligkeit ans Erden nicht bestehn.Weil hier die Seligen soviel Unsel'ge sehn.

Und der Gedanke nur gibt Seligkeit ans Erden,Daß die Unseligen auch selig sollen werden.

Wer dieses weiß, der trägt mit Eifer bei sein TheilZum allgemeinen, wie znm eignen Seelenheil,