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Kapitel XXXIX.
land wohnenden und der Bewohner des sechsten und siebenten Klimas.Die übermäßig weiße, mit Blässe vermischte Farbe zeigt einen Mangelan Kraft wegen der Uebcrwucht des Phlegmas. Die rothe Farbe,nicht die hellrothe, sondern dunkelrothc, weist immer auf einen hinter-listigen Menschen. Die durch Blässe entstellte Farbe deutet aus einendurch sinnliche Liebe entnervten,'schwachen und furchtsamen Menschen,wenn die Blässe nicht Folge einer Krankheit, sondern von Natur ist.Wenn aber eine bräunliche und mehr graue Farbe die Stelle der Blässevertritt, so bedeutet das einen geschwätzigen, unmäßigen und zornmü-thigen Menschen. Die Fenerfarbe mit flammenden Augen zeigt Nei-gung zum Wahnsinn. Die zwischen Weiß und Schwarz stehende Farbe,welche zum bräunlichen sich neigt, deutet auf einen Mann von gutenAnlagen und guten Sitten."
Ans solche Weise bespricht Albertus die phystognomische Bedeu-tung aller Leibestheile mit größter Ausführlichkeit. Er setzt aber mitRecht bei: „Diese Zeichen der Physiognomie zeigen an die herrschendeNaturanlagc im Leben der Menschen, aber nicht immer und mit Noth-wendigkeit, sondern nur häufig und mit Wahrscheinlichkeit Z."
Bei Besprechung der Zähne, des Mundes und der Zunge führtAlbert folgenden Vorfall an: „Die Erzählung des Avicenua macht mirauch das glaubbar, was kurz vor den jetzigen Zeiten geschehen seynsoll. In den sächsischen Wäldern gegen Dacien zu wurden in einemeinsamen Felsen zwei behaarte Ungeheuer gefangen, die fast in Allemdie Gestalt eines Menschen hatten; das Weibchen war durch die Bisseder Hunde und durch die von den Jägern empfangenen Wunden ge-tödtet worden. Das Männchen aber wurde gefangen, gezähmt, lernteausrecht auf den Füßen gehen, sehr unvollkommen und nicht vieleWorte sprechen, es hatte eine schwache Stimme wie ein Reh, aber kei-nen Verstand. Darum schämte es sich nicht der natürlichen Entleerungund war zu jeder Zeit begierig nach Befriedigung der Wollust ^)."
Bei den Gräten der Fische sagt Albertus: „Der Fisch, welcherIrrrso (Hausen) heißt, hat kein Bein oder keine Gräte, außer am Kopfe;dieser Fisch ist sehr zahlreich in der Donau, er ist groß, und hat einelange Schnauze wie der Stör."
Bei der Stimme der Thicre führt Albert au: „Man hat schongesehen, wie ein Vogel, der in Griechenland Meloolüu heißt, in Deutsch-land aber Grasemusche, und der Nachtigall ähnlich ist, Eier fremder
1) Ov animMIduü i>. 95.
2) k. 104.