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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Der selige Albertus kehrt nach Köln zurück rc.

zu Straßburg gerühmt'). Die letztere Angabe würde beweisen, daßer besonders in der Mechanik und Physik unter Alberts Leitung sichansgebildet.

Aber gewiß hat noch eine große Anzahl anderer ausgezeichneterMänner damals zu Alberts Füßen gesessen, wenn auch ihre Namenim Strom der Zeiten untcrgegangen sind!

Dagegen haben sich über Alberts Lebensweise und Bestrebungenin jenen Jahren einige interessante Nachrichten erhalten, die wir zu-sammenstcllen wollen.

Vor Allem verdient Erwähnung jener Bericht, der uns Beweisebringt, wie glücklich unser Albertus die Pflege der Wissenschaft mitden Hebungen der Frömmigkeit zu verbinden gewußt habe. SeinSchüler Thomas von Cantimprä erzählt nämlich, daß Albert währendder vielen Jahre seines Lehramtes täglich die Psalmen Davids voll-ständig theils bei Tage, theils bei Nacht gebetet habe. Auch wenn erseine Vorlesungen geendigt hatte, gab er sich immer der Beschauungund heiligen Betrachtungen hin, so daß er seinen Schülern nicht bloßVerlangen nach Wissenschaft einflößte, sondern auch das Vorbild desfrommen Lebens vor Augen stellte. So berichtet Rudolph, indem ersich ans das Zeugniß des Thomas von Cantimpre beruft und beisetzt:Daher ist es kein Wunder, daß Albertus sich so übermenschliche Wissen-schaft erworben, daß seine Worte mehr das Herz entzündeten, als dieder neueren Lehrer. Jetzt wissen wir auch, welcher Quelle jene Ergüsseder Andacht ihren Ursprung verdanken, die wir so häufig in seinenSchriften sprudeln sehen."

Wahrhaftig, wenn die Nachricht von jenen Gebetsübungen unsersMeisters nicht ans dem Zeugnisse eines vertranten, langjährigen Schü-lers beruhte, könnten wir ihr kaum Glauben schenken. Wir würdenes fast für eine Unmöglichkeit halten, daß ein vielgesuchter öffentlicherLehrer, ein Schriftsteller, dessen Werke jedenfalls zwanzig Foliantenfüllen, noch Zeit fand, das ganze Psalterium täglich zu beten. Nunaber müssen wir es als Thatsache hinnehmcn und daraus eben dieUeberzengung schöpfen: Albert war nicht bloß ein Riese in der Wissen-schaft, sondern auch in der Kunst des Gebetes!

1) Vgl. lüoüarä I, p. 356. Und: Schreibers Geschichte des Doms von Straß-burg S. 67, der es Grandidier S. 38 nacherzählt. Vom letzter» wissen die altenDominikanerschriftstcller nichts.

2) So bei Jammy. Bei Fabricius zählt ein Antor 800 Werke des Albertus.Libl. Neck, et int. I,at.

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