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Der selige Albertus als Lehrer zu Paris.
deren erschütternde Predigten vom Volke mit Heißhunger gehört wurden,denen bald reichliche Gaben zuflvßen.
Nun aber wendete der Orden sein vorzüglichstes Bestreben dahin,einen Lehrstuhl an der Universität zu erringen. Denn das war ja dassicherste Mittel, dem Orden Ausbreitung und Hvchschätzung zu verschaffenund heilsamen Einfluß ans die Jugend und im Reiche der Wissenschaftenzu erlangen. Bisher hatte der Orden ja fast nur Schulen für dieMitglieder des Ordens selbst gehabt. Biel wichtiger war ein Lehrstuhlau der Hochschule. Aber cs war kein kleines Beginnen, einen solchenzu erobern. Denn die Universität wachte mit Sorgfalt über ihre altenPrivilegien, wozu das Recht gehörte, die Lehrstühle nach Gutdünkenzu besetzen. Sie fürchtete sich, durch Aufnahme von Ordcnsmitgliedcrnin ihren Kreis ihre Unabhängigkeit cinznbüßcn, indem diese ihrenObern im unbedingten Gehorsam ergeben wären und von diesen sichleiten ließen, statt von den Traditionen und Obcrbehördcn der Schule.Daher das Widerstreben der Universität gegen die Aufnahme der Or-denslente in ihren Lehrkörper. Aber im Jahr 1228 bot sich für dieseeine unverhoffte Gelegenheit dar, solche Lehrstühle zu erhalten. InFolge eines ansgcbrochcncn Zwistes zwischen der Königin Blanka undder Universität, der nach einer Mißhandlung ihrer Mitglieder nicht diegeforderte Genugthnung geschah, hatte letztere ihre Vorlesungen zuParis eingestellt und war thcils nach Rheims, theils nach Angers über-gcsicdelt. Diese Entfernung der weltlichen Lehrer benützten die Do-minikaner und erhielten vom Bischöfe und Kanzler die Erlaubniß, eineneigenen Lehrstuhl errichten zu dürfen. Und obwohl die Zwistigkeitenbeigelegt wurden, behielten sie dennoch auch später ihre Lehrkanzel, jaim Jahre 1230 errichteten sie sogar eine zweite. Die Brüder Rolandvon Cremona und Johann von St. Giles waren die ersten Lehrer desOrdens an der Hochschule. Die Mitglieder der Universität, erbittertüber diese Beeinträchtigung ihrer herkömmlichen Rechte, protestirtendagegen, schleuderten Absctzungsdckrcte gegen sie, und es entspann sichnun ein vierzigjähriger Kampf in Wort und Schrift, der oft nach derkräftigem Weise jener Zeit in ziemliche Derbheit ansartete. Man wareben damals stark und offen im Lieben wie im Hassen. Der Ansgangaber war, daß die Mönche ihre Lehrstühle unangefochten behalten durften.
Der Streit wüthete noch in aller Heftigkeit, als in Köln, wonun Thomas kaum ein Jahr geweilt, das Generalkapitel des Domini-kanerordens gehalten wurde. Es war am 4. Juni des Jahres 1245 ').
1) Leliarä, Lcript. Dom. I, p. 165-