Nh»r in Graubündten.
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217. Das Wunder im Kornfeld.
Der Knecht reitet hinten, der Ritter vorn,
Rings um sie woget das blühende Korn.
Und wie Herr Attich niederschaut,
Da liegt im Weg ein lieblich Kind,
Bon Blumen umwölbt, die sind Lcthaut —
Und mit den Locken spielt der Wind.
Da ruft er dem Knecht: „heb auf das Kind!"
Ab steigt der Knecht und langt geschwind:
„O welch ein Wunder! Kommt daher!
Denn ich allein erheb es nicht."
Ab steigt der Ritter, es ist zu schwer:
Sic heben es alle Beide nicht!
„Komm Schäfer!" — sie erhebcns nicht!
„Komm Bauer!" sie erhebens nicht!
Sie riefen Jedem, der da war,
Und Jeder hilft; — sie Hebens nicht!
Sie stehn umher, die ganze Schar
Rust: „welch ein Wunder, wir Hebens nicht!"
Und das holdsclge Kind beginnt:
„Laßt ruhen mich in Sonn und Wind:
Ihr werdet haben ein fruchtbar Jahr,
Daß keine Scheuer den Segen faßt:
Die Reben tropfen von Moste klar,
Die Bäume brechen von ihrer Last!
„Hoch wächst das Gras vom Morgenthau,
Von Zwillingskälbern hüpft die An!
Von Milch wird jede Gölte naß,
Hat jeder Arme genug im Land,
Auf lange füllt sich jedes Faß!"
So sang das Kind da und — verschwand!
August Kopisch.