47N
Burg Sa'' im K. St. Gallen.
Und überströmt von seinem BlutLag auch der edle Ritter;
Leicht ist sein Athen: und sein Muth,
Ihn dünkt der Tod nicht bitter,
Still grüßt er Weib und Kinder klein,Er schläft zu sanftem Schlummer ein,Wie nach der Ernt ein Schnitter!
Doch wacht er wieder auf vom SchlafIn eines Bauern Hütte,
Gebettet und gepfleget bravIn seiner Knappen Mitte,
Gesund vom Fuß bis an den Kopf,Nichts fehlt dem Ritter — als der Kropf,Dank jenem Meisterschnittei
O Zeichen, das an ihm geschehn,
Ihn hat der Feind kurieret!
Wie stattlich ist er anzusehn,
Wie ihn jetzt Alles zieret!
Das hohe Haupt, das braune Haar,
Das freie Kinn, das Schulternpaar,
Der Hals, ganz schmal geschnüret!
So reitet er vom Felsenhaus,
Das aus dem Walde blinket;
Zum Fenster schaut die Frau heraus,
Er grüßt, er nickt, er winket:
Sie sieht die cherrliche Gestalt,
Die Brust von einem Seufzer wallt,
Ihr Blick zu Boden sinket.
„Ein Bot ists wohl von meinem Herrn,Er bringt mir Siegeskunde ISolch einen Boten seh ich gern!"
Denkt sie im Herzensgründe.
O Wunderwonne! wer in LustDrückt stolz und schön sie an die Brust,Hängt ihr verschämt am Munde?