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St. Gallen.
„Ha bravo! Du trägst, wie ich merke, Geselle,
Das Herz, wie den Kopf, auf der richtigen Stelle.
Drum sei der Pardon ihm in Gnaden gewährt,
Und obenein dir ein Panis-Brief beschert.
„Wir laßen dem Abt von St. Gallen entbieten:
Hans Bendix soll nicht ihm die Schafe mehr hüten.
Der Abt soll sein Pflegen nach unser», GebotUmsonst, bis an seinen sanftseligen Tod,"
B ürgc r.
211. Das Wunder von St. Gallen.
.^olch Acbtlein muß ich loben, wie jenes von St. Gallen! —
Da war ein Faß vom Besten in einen Schlund gefallen,
Ein Faß voll Schweizerblut, ein Pröbchen ohne Gleichen!
Man zieht und zieht — vergeblich! das Fäßlein will nicht weichen:
Mit scharf gespitzten Klauen hält es der Fels gefangen —
O, wie den armen Mönchen der Wange Noth vergangen!
Wohl Manchem fließt ein Thränlein in seinen Bart, den grauen —Da spricht der Abt: „In Nöthen soll man auf Gott vertrauen!
„Schämt euch, kleinmüthge Seelen! kennt ihr den Herrn nicht bcßcr?Herbei mit Kreuz und Fahne, herbei die Weihrauchfäßcr!"
Den Abt an ihrer Spitze, so zichn sie nun zum Schlunde,
Sie machen betend, singend dreimal um ihn die Runde.
„Nun zieht noch einmal!" — Kräftig rückts an dem Seil — es hebetDas Fäßlein sich, o Wunder! wie's in den Lüften schwebet!