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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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459
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Ei, Gallen.

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„Ha," lachte der Kaiser, „vortrefflicher Haber!

Ihr füttert die Pferde mit Wenn und mit Aber.

Der Mann, der das Wenn und das Aber erdacht,

Hat sicher aus Häckerling Gold schon gemacht.

„Nun aber zum dritten, nun nimm dich zusammen,

Sonst muß ich dich dennoch zum Esel verdammen.

Was denk ich, das falsch ist? das bringe heraus!

Nur bleib mir mit Wenn und mit Aber zu Haus!" —

„Ihr denket, ich sei der Herr Abt von St. Gallen?" —

„Ganz recht! Und das kann von der Wahrheit nicht fallen!" —„Sein Diener, Herr Kaiser! Euch trüget eur Sinn:

Denn wißt, daß ich Bendix, sein Schäfer, nur bin!"

„Was Henker! Du bist nicht der Abt von St. Gallen?" —

Rief hurtig, als wär er vom Himmel gefallen,

Der Kaiser mit frohem Erstaunen darein;

„Wohlan denn, so sollst du von nun an es sein!

„Ich will dich belehnen mit Ring und mit Stabe,

Dein-Vorfahr besteige den Esel und trabe!

Und lerne fortan erst gnick jnris verstehn!

Denn wenn man will ernten, so muß man auch sä'n." —

„Mit Gunsten, Herr Kaiser! Das laßt nur hübsch bleiben! —Ich kann ja nicht lesen, noch rechnen und schreiben;

Auch weiß ich kein sterbendes Wörtchen Latein.

Was Hänschen versäumet, holt Hans nicht mehr ein." —

„Ach, guter Hans Bendix, das ist ja recht Schade,

Erbitte demnach dir eine andere Gnade!

Sehr hat mich ergehet dein lustiger Schwank-Drum soll dich auch wieder ergehen mein Dank." —

„Herr Kaiser, groß Hab ich so eben nichts nöthig:

Doch seid ihr im Ernst mir zu Gnaden erbötig,

So will ich mir bitten, zum ehrlichen Lohn,

Für meinen hochwürdigen Herren Pardon." —

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