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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Mainau.

Und einen Freund er sendetZur grünen Maicnau,

Den letzten Gruß er spendetDer herzgcliebten Frau.

Da losch die Hochzeitfackel aus,

Die ihr im Geist entglommen,

Und starb in Nacht und Graus.

Und als aus tiefem LeideSie wieder hob den Blick,

Da glänzt' im BlumcnkleideDas Eiland wie im Glück;

Da goß ein RcbenblüthenduftSo süß ErinncrungsträumeDurch die gewürzte Lust.

Jetzt kam was Ruhe bringetIhr vor die Seele hell,

Die Flut, die sie umringet,

Zcrtheilt ihr Nachen schnell:

Es geht die schöne blasse MaidDurch ferne Lande schweigend,

Im Blick der Liebe Leid.

Bald wird ihr Auge dreisterUnd kecker wird ihr Schritt,

Und vor des Ordens Meister,

Den obersten, sie tritt..

Sie sprach: „Nehmt hin, was noch ist mein,Zu Gottes Eigenthume,

Ein reiches Jnselein!

„Es scheinet warm die SonneUnd Pflegt die Rebe drauf,

Und Früchte glühn in WonneUnd Saaten gehen auf.

Doch Eines, Eines bitt ich nur:

Herr Langenstein, der Ritter,

Der werde dort Komthur!"